Einhörner · ab 5 Jahren · 7 Minuten

Das Einhorn und der Regenbogenwald

Jenseits der Hügel lag der Regenbogenwald. Jeder Baum hatte Blätter in einer anderen Farbe, und wenn der Wind wehte, klang es, als würden kleine Glöckchen läuten.

Jenseits der Hügel lag der Regenbogenwald. Jeder Baum hatte Blätter in einer anderen Farbe, und wenn der Wind wehte, klang es, als würden kleine Glöckchen läuten.

Das Einhorn Tessa wollte den Wald schon lange besuchen. Doch am Eingang stand ein Schild: „Nur wer seine eigene Farbe kennt, findet wieder hinaus.“ Tessa blickte auf ihr weißes Fell. „Meine eigene Farbe?“

Im Wald begegnete sie einem roten Vogel, einer grünen Raupe und einem violetten Reh. Jeder fragte sie nach ihrer Farbe. Tessa probierte Rot, Blau und Gold aus, aber nichts fühlte sich richtig an.

Je weiter sie ging, desto ähnlicher sahen die Wege aus. Schließlich wusste Tessa nicht mehr, wo der Ausgang war. Sie setzte sich hin. „Vielleicht habe ich gar keine Farbe.“

Da fiel Mondlicht durch die Blätter. Tessas weißes Fell spiegelte plötzlich alle Farben des Waldes. Rot, Blau, Grün und Gold tanzten über ihren Rücken.

Die violette Rehkuh erschien wieder. „Du musstest keine Farbe auswählen“, sagte sie. „Manchmal ist deine Stärke, viele Dinge in dir zu tragen.“

Auf einmal leuchtete ein schmaler Weg in vielen Farben. Tessa folgte ihm bis nach Hause. Am nächsten Tag erzählte sie den anderen Einhörnern, dass man nicht immer in eine einzige Schublade passen müsse.

Abends sah Tessa einen kleinen Regenbogen im Mondlicht. Sie lächelte, kuschelte sich ein und dachte: Weiß war nicht keine Farbe. Für sie war es der Platz, an dem alle Farben zusammenkommen konnten.

Gute Nacht.

Kleine Frage zum Einschlafen

Welche Farben passen heute zu deiner Stimmung?

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