Feen · ab 5 Jahren · 7 Minuten

Die Feen und der verschwundene Mondschein

Eine magische Gute-Nacht-Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und ein kleines Geheimnis

Im Feenwald Glimmerhain gab es eine ganz besondere Nacht.

Die Mondscheinnacht.

Einmal im Jahr schien der Mond so hell, dass jede Blume, jeder Baum und jeder kleine Bach silbern glitzerte.

Die Feen liebten diese Nacht.

Sie schmückten ihre Häuser mit kleinen Lichtern, tanzten auf den Blättern und erzählten sich Geschichten.

Doch in diesem Jahr passierte etwas Seltsames.

Als die Sonne unterging, wurde der Himmel dunkel.

Sehr dunkel.

Der Mond kam hinter den Wolken hervor.

Aber sein Licht erreichte den Wald nicht.

„Wo ist der Mondschein?“, fragte Tilli.

Mira sah nach oben.

„Vielleicht hat ihn jemand gestohlen.“

Die Feen wurden unruhig.

Sie flogen durch den Wald und suchten.

Unter den Pilzen.

Zwischen den Bäumen.

Am kleinen See.

Nichts.

Da hörte Mira ein leises Geräusch.

„Klingt das nicht wie... Weinen?“

Die Feen folgten dem Geräusch.

Hinter einem großen Farn saß ein kleines Wesen.

Es hatte winzige Flügel und hielt etwas Glitzerndes in den Händen.

„Wer bist du?“, fragte Mira.

„Ich bin Numi.“

„Hast du den Mondschein genommen?“

Numi schüttelte schnell den Kopf.

„Nein! Ich habe ihn gefunden.“

Sie öffnete ihre Hände.

Darin lag ein kleiner silberner Lichtfunke.

„Der ist vom Mond gefallen.“

Mira setzte sich neben sie.

„Warum weinst du dann?“

Numi zeigte auf einen dunklen Teil des Waldes.

„Dort liegt noch mehr davon. Aber ich kann es nicht zurückbringen.“

Die Feen flogen sofort los.

Tatsächlich!

Überall im Wald lagen kleine Mondlicht-Funken.

Auf Blättern.

Im Gras.

Auf Steinen.

Und sogar in einem alten Baumstumpf.

Die Feen sammelten sie vorsichtig ein.

Doch als sie versuchten, die Funken zurück zum Mond zu tragen, flogen sie immer wieder davon.

„Das funktioniert nicht!“, rief Tilli.

Mira dachte nach.

Dann bemerkte sie etwas.

Jedes Mal, wenn die Feen gemeinsam sangen, blieben die Lichtfunken in der Luft.

„Wir müssen es zusammen machen!“

Also stellten sich alle Feen im Kreis auf.

Sie hielten sich an den Händen.

Und sie sangen ein ganz leises Lied.

Die Lichtfunken schwebten nach oben.

Einer.

Zwei.

Drei.

Immer mehr.

Bis der ganze Wald voller kleiner silberner Lichter war.

Sie stiegen höher und höher.

Und schließlich erreichten sie den Mond.

Plötzlich wurde der Himmel hell.

Der Mondschein floss wieder durch die Bäume.

Der ganze Wald glitzerte.

Numi staunte.

„Ihr habt es geschafft!“

Mira lächelte.

„Nein. Wir alle haben es geschafft.“

Die Feen feierten noch eine Weile.

Doch irgendwann wurden ihre Flügel schwer.

Tilli gähnte.

„Ich glaube, ich bin müde.“

„Ich auch“, sagte Mira.

Numi lächelte.

„Dann wird es Zeit für die zweite Hälfte der Mondscheinnacht.“

„Welche ist das?“, fragte Tilli.

Numi zeigte nach oben.

„Die Schlafenszeit.“

Die Feen lachten.

Sie verabschiedeten sich voneinander und flogen nach Hause.

Mira kuschelte sich in ihr Bett.

Durch ihr Fenster fiel silbernes Mondlicht.

Sie schloss die Augen.

Und während der Mond über Glimmerhain wachte, schliefen alle Feen friedlich ein.

Gute Nacht, Mira.

Gute Nacht.

Kleine Frage zum Einschlafen

Wenn du heute Nacht einen kleinen Lichtfunken finden würdest – wo würdest du ihn hinbringen?

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