Weltraum · ab 6 Jahren · 9 Minuten

Stella und die verlorene Sternenkarte

Ein nächtliches Abenteuer über Neugier, Freundschaft und den Mut, weiterzugehen

Stella liebte den Nachthimmel.

Jeden Abend lag sie in ihrem Bett und schaute aus dem Fenster.

Sie kannte viele Sterne.

Den hellen Stern über dem Dach.

Das kleine Sternbild neben dem Mond.

Und drei Sterne, die aussahen wie eine winzige Krone.

Doch eines Abends entdeckte Stella etwas, das sie noch nie gesehen hatte.

Einen Stern, der sich bewegte.

Er flog über ihr Fenster.

Dann fiel etwas zu Boden.

Stella öffnete das Fenster.

Auf der Fensterbank lag ein Stück Papier.

Darauf waren Sterne eingezeichnet.

Eine Karte.

Ganz oben stand:

„Für den, der sich traut, dem Sternenweg zu folgen.“

Stella schluckte.

„Ich?“

In diesem Moment klopfte es am Fenster.

Es war ihr Freund Leo, ein kleiner Stoffhase, der in Stellas Fantasie lebendig war.

„Was hast du gefunden?“

Stella zeigte ihm die Karte.

Leo setzte seine Brille auf.

„Das sieht wichtig aus.“

„Sollen wir los?“

Leo sah aus dem Fenster.

„Es ist dunkel.“

Stella dachte kurz nach.

Dann nahm sie ihre kleine Taschenlampe.

„Dann brauchen wir eben Licht.“

Plötzlich begann die Karte zu glitzern.

Ein Weg aus kleinen Sternen erschien auf dem Boden.

Stella setzte einen Fuß darauf.

Der Boden wurde weich.

Dann schwebte sie.

„Wir fliegen!“

Gemeinsam mit Leo stieg sie höher.

Über ihr Haus.

Über die Bäume.

Über die Wolken.

Der Sternenweg führte zu einem kleinen Planeten.

Dort stand eine Tür.

Auf der Tür waren drei Sterne.

Stella drückte darauf.

Die Tür öffnete sich.

Dahinter war eine riesige Bibliothek.

Aber statt Büchern standen dort Gläser.

In jedem Glas lag ein kleiner Stern.

Ein alter Sternenwächter kam auf sie zu.

„Endlich!“

„Was ist passiert?“, fragte Stella.

„Ein Stern ist verschwunden.“

„Welcher?“

Der Wächter zeigte auf eine leere Stelle.

„Der Mutstern.“

Stella sah auf die Karte.

Ein kleiner Punkt blinkte.

„Vielleicht kann ich ihn finden.“

Sie folgte dem Licht.

Durch die Bibliothek.

Über eine Brücke aus Sternenstaub.

Bis zu einem dunklen Garten.

Dort saß ein kleiner Stern.

Er zitterte.

„Bist du der Mutstern?“

Der Stern nickte.

„Ich möchte nicht zurück.“

„Warum?“

„Weil ich Angst habe, nicht hell genug zu leuchten.“

Stella setzte sich neben ihn.

„Ich kenne das.“

„Wirklich?“

Stella nickte.

„Manchmal habe ich auch Angst.“

Der Stern sah sie an.

„Und was machst du dann?“

Stella dachte an ihre Reise.

An die Dunkelheit.

An die unbekannte Tür.

Und daran, dass sie trotzdem weitergegangen war.

„Ich mache einen kleinen Schritt.“

Der Stern begann zu leuchten.

Erst ganz schwach.

Dann heller.

Und heller.

Bis der ganze Garten glitzerte.

Der Sternenwächter kam herbei.

„Du hast ihn gefunden.“

Stella lächelte.

„Er hat sich selbst gefunden.“

Gemeinsam brachten sie den Stern zurück.

Als er seinen Platz in der großen Bibliothek einnahm, begann die ganze Decke zu leuchten.

Stella konnte Millionen Sterne sehen.

„Das ist wunderschön.“

Der Sternenwächter gab ihr die Karte.

„Sie gehört jetzt dir.“

Stella nahm sie vorsichtig.

„Werde ich noch einmal hierherkommen?“

„Wenn du träumst“, sagte der Wächter, „findet der Sternenweg dich.“

Stella schloss die Augen.

Als sie sie wieder öffnete, lag sie in ihrem Bett.

Die Sonne ging gerade auf.

Neben ihrem Kissen lag die Sternenkarte.

Stella lächelte.

Vielleicht war es nur ein Traum.

Vielleicht auch nicht.

Aber eines wusste sie ganz sicher:

Mut bedeutet nicht, dass man keine Angst hat. Mut bedeutet, dass man trotzdem einen kleinen Schritt macht.

Gute Nacht, Stella.

Gute Nacht.

Kleine Frage zum Einschlafen

Wenn ein Sternenweg heute Nacht zu dir führen würde – wohin würdest du gehen?

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